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Goethes Luther

Dienstag, den 12. 09. 2017

Theatermuseum, Prinzenstr. 9

Prof. Dr. Peter Maria Hofmann (UniversitÀt Augsburg)

Kosten: 7 €, ermĂ€ĂŸigt 5 €, freier Eintritt fĂŒr Mitglieder der Gotehe-Gesellschaft Hannover

Zum ReformationsjubilĂ€um 1817 bemerkte Goethe, es sei „an der ganzen Sache nichts interessant als Luthers Charakter, und auch das Einzige, was der Menge eigentlich imponirt. Alles Übrige ist ein verworrener Handel, wie er uns noch tĂ€glich zur Last fĂ€llt“ (zu F. W. Riemer, 22. August 1817).

Ein Musterfall von Konstruktion und Rezeption: Den Dichter Goethe prĂ€gte der Literat Luther, weniger die „Reformation“. Dabei blieb sein Lutherbild – wie auch andere Lutherbilder des 19. Jahrhunderts bei Wagner, Fontane oder Brahms – ein Konstrukt, in dem sich Zeiten und Geister bespiegelten. Am Ende erhielten beide, Goethe wie Luther, literarische NationaldenkmĂ€ler in den „Weimarer Ausgaben“ ihrer Werke.