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Ein Leben in Kladden... Neues zu August Kestners Tagebüchern am Beispiel der Sizilien-Reise 1824

Dienstag, den 10. 01. 2012

Theatermuseum Hannover, Prinzenstraße 9

Dr. Anne Viola Siebert (Hannover)

Ende November 2011 war in der lokalen Presse ein Bericht mit der Überschrift „Das Land, wo die Zitronen blühen“ zu lesen, dem ein Bild mit drei hannoverschen Damen beigefügt war, die allesamt einen sehr fröhlichen Eindruck gemacht haben. Die Auktionatorin Christina Kastern-Benatzky, zusammen mit Frau Dr. Cornelia Regin, der Sachwalterin der Kestner-Handschriften im StadtArchiv, und mit Frau Dr. Anne Viola Siebert, der Leiterin der Antikensammlung des Museums August Kestner und Spezialistin in biographischen Belangen, die den hannoverschen Diplomaten und Museumsstifter August Kestner betreffen, strahlen die Leser an. Mit gutem Grund: Von Kestner, der nicht nur ein begeisterter Kunstsammler, sondern Zeit seines Lebens auch ein eifriger Tagebuchschreiber war, ist ein bisher nicht bekanntes Reisetagebuch im Handel aufgetaucht und konnte für die Stadt erworben werden. Frau Siebert ist seit einiger Zeit dabei, alle Kestner-Tagebücher wissenschaftlich zu erforschen. Sie stellt Ergebnisse ihrer Arbeit vor.
Die Aufzeichnungen Kestners, die von der uneingeschränkten Italienbegeisterung des Sammlers zeugen, der bis zu seinem Tod 1853 Gesandter beim Heiligen Stuhl in Rom war, bergen einen bisher nur in Ansätzen gehobenen Schatz an Informationen über sein Leben in Italien und zur Geschichte der Archäologie. Seine Sammlungen bildeten zusammen mit der Sammlung Culemann den Grundstock des heutigen Museums August Kestner.