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„... ein Wald von Statuen“ – Goethes Blick in die Antike

Dienstag, den 13. 11. 2012

theatermuseum hannover, Prinzenstraße 9

Dr. Nadine Chmura (Kleve)

AnlÀsslich eines Besuchs der Mannheimer Antikensammlung kam Johann Wolfgang Goethe
1769 erstmals mit AbgĂŒssen berĂŒhmter griechischer und römischer Werke der Antike in BerĂŒhrung. Neben dem Laokoon weckte sowohl der Apollon von Belvedere als auch der Gallier Ludovisi und die sogenannte Ildefonso-Gruppe Goethes Interesse an der Kunstbetrachtung. – Die Referentin geht auf gut illustrierten Spuren den Fragen nach: Wie weit entwickelt war die Wissenschaft der ArchĂ€ologie zur Goethezeit? Wie kam Goethe mit der Antike in BerĂŒhrung? Was war ĂŒber die antiken Hinterlassenschaften ĂŒberhaupt bekannt? Und schließlich: Was hat Goethe zur Wissenschaftsgeschichte beigetragen?
Eine erste Antwort wird aus den autobiographischen Schriften Goethes zitiert, in denen der Dichter selbst ganz anschaulich formuliert: „
in einem durch Fenster unter dem Gesims von oben wohl erleuchteten Raum: die herrlichsten Statuen des Altertums nicht allein an den WĂ€nden gereiht, sondern auch innerhalb der ganzen FlĂ€che durch einander aufgestellt; ein Wald von Statuen 
“.
Goethe erinnert daran, dass er Augen und Sinne schon geschult hatte, lĂ€ngst bevor er „klassischen Boden“ betreten hat. Der Blick in den Mannheimer Antikensaal hat ihm die Augen fĂŒr die Antike geöffnet.