Archiv

»Doktor Faustus« - das »zugleich offenste und verschlossenste« Werk Thomas Manns

Dienstag, den 07. 06. 2011

Theatermuseum Hannover, Prinzenstraße 9

PROF. DR. RUPRECHT WIMMER (EICHSTÄTT)

Im amerikanischen Exil hat Thomas Mann in seinem 1947 erschienenen Musiker-Roman auf der Grundlage des Faust-Stoffes eine Parabel ĂŒber die Verstrickung des KĂŒnstlertums in die politische Katastrophe des Nationalsozialismus geschaffen. Das Echo, das dieses Buch hervorgerufen hat, war ĂŒberwĂ€ltigend. Thomas Mann sagte selbst: »Ich habe nie ein solches erweckt.« - Freilich meldeten sich nicht nur positive Stimmen zu Wort: die einen priesen das »Geschenk«, das Deutschland mit diesem Roman erhalten habe, andere glaubten die verfehlte Grundthese von einer deutschen Kollektivschuld auszumachen, wieder andere kritisierten das »prĂ€tentiös lastende Denkertum« des Textes. Er hat selbst behauptet, »mit siebzig Jahren sein wildestes Buch« geschrieben zu haben, und offenbar nichts anderes als Kontroversen erwartet. – Thomas Mann, ein großer Kenner und Verehrer Goethes, zĂ€hlt zu den bedeutendsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Mit ihm erreichte der moderne deutsche Roman den Anschluss an die Weltliteratur.
All diese Voraussetzungen machen klar, dass die kritische Edition und vor allem die Kommentierung eines derartigen Textes eine Herausforderung darstellt. Prof. Ruprecht Wimmer, blickt auf die Zeit der Text- und Kommentararbeit zurĂŒck und beschreibt die Probleme und EngpĂ€sse der sieben Jahre wĂ€hrenden philologischen MĂŒhen mit der Arbeit an diesem Kommentar.

Die Goethe-Gesellschaft Hannover lÀdt Sie und Ihre Freunde herzlich ein.
Eintritt fĂŒr Nichtmitglieder 6.- €, ermĂ€ĂŸigt 3.00 €. FĂŒr Mitglieder ist der Eintritt frei.
Sie können noch Mitglied werden.